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Sein (Philosophie) ArtikelBuch-Tipp: Augustin. Einführung in sein Denken. Augustin in philosophiegeschichtlicher Sicht Kurt Flasch behandelt textorientiert das Denken Augustins und dessen Wandel in dem Laufe seines Lebens. Er möchte weder eine neuscholastische, noch eine existenzphilosophische, weder eine marxistische, noch eine strukturalistische Analyse bieten. In seiner Behandlung erscheint Augustins Werk nicht als... Begriff==Der zentrale Begriff der Ontologie ist der des Seins. „Sein (Esse) heißt jene Vollkommenheit, durch die etwas ein Seiendes (Ens) ist" (Lotz in: Brugger 345). Was bedeutet das genau? Vollkommenheit bedeutet, wie das Wort bereits sagt, zum-Vollen-kommen. Man unterscheidet die absolute Vollkommenheit von verschiedenen relativen Vollkommenheiten. Hat etwas sein Absicht erreicht oder anders gesagt seine Anlagen voll entfaltet, spricht man von Vollkommenheit oder auch von Voll-endung. Auf das Sein bezogen heißt das, dass jedes Seiende in der Hinsicht vollkommen ist, als es eben – ganz – ist. Das Sein ist darum die erste Vollkommenheit, die „allem" zukommt und den Grund für alle weiteren Vollkommenheiten legt; der Begriff des Seins ist entsprechend der erste Begriff, auf dem alle anderen aufbauen. ==Transzendentalien | |
Weil dieser Begriff alle Sonderordnungen respektive Seinsbereiche, alle Kategorien übersteigt, heißt er transzendent(al) (Von lateinisch: transcendere, übersteigen. Der Begriff „transzendent" - in dem Sinne des Realismus - darf nicht mit dem „transzendental" in dem Sinne Kants verwechselt werden, der darunter die kritizistische Berücksichtigung der apriorischen Bedingungen menschlicher Erkenntnis versteht.). Als Transzendentalien gelten (neben dem Sein) die Einheit, Wahrheit und Gutheit . (Die Schönheit wird teilweise ebenfalls unter die Transzendentalien gezählt.) Die Transzendentalien sind Bestimmungen, die allem Seienden innewohnen. Alles Seiende ist eins, das heißt es ist ungeteilt und von jedem anderen Seienden verschieden. Weiter ist jedes Seiende wahr, das heißt es ist von Gott erkannt und zudem vom endlichen Geist – immerhin grundsätzlich – erkennbar. Außerdem ist jedes Seiende gut, das heißt es ist von Gott gewollt und zudem vom endlichen Geist anstrebbar.
Man unterscheidet das nicht-notwendig, das heißt kontingent Seiende und das (absolut) notwendig Seiende. Während man beim absolut notwendig Seienden vom Sein in dem vollen Sinne spricht, kommt dem Kontingenten das Sein nicht in ganzer Fülle, sondern ca. nach Maßgabe seines Wesens zu. Gegenüber dem reinen Sein Gottes wird das Kontingente ca. in dem analogen Sinne „Sein" genannt. Das Seiende reicht niemals an das reine Sein (Gottes) heran; mit Blick auf die Transzendentalien kann man jedoch sagen: Je einer, wahrer und besser etwas ist, desto mehr „ist" es. Das Seiende ist keinesfalls auf die sinnlich erfahrbare Welt beschränkt, wie etwa der Materialismus behauptet.==Objektivität des Seins==
In den Augen vieler Naturwissenschaftler gibt es keine Objektivität und Unabhängigkeit des Seienden vom menschlichen Denken, sondern allenfalls ein umstrittenes „Postulat" danach. Dieses werde zwar in dem praktischen Forschungsalltag von der groĂźen Mehrheit der Wissenschaftler implizit vertreten, beruhe jedoch nicht auf philosophischer Reflexion. Andere hingegen, wie etwa einige Vertreter der Quantenphysik beziehungsweise des Physikalismus, behaupten, es gebe gar keine Dinge an sich und darum auch keine Ontologie, sondern ca. subjektives „Wissen" beziehungsweise eine sehr eingeschränkte Epistemologie. Diese Ansichten sind als widersprĂĽchlich zurĂĽckzuweisen. Der Realismus hält an der in dem Rahmen der Erkenntnistheorie gewonnenen Einsicht fest, dass die Welt oder allgemeiner das Sein des Seienden vom Sein des Menschen und seinem Handeln ontologisch unabhängig ist. Das zeigt sich bereits auf den unteren Stufen der Erkenntnis, also etwa der Wahrnehmung. Wahrnehmung ist kontingent und das menschliche Ich ist nicht hinreichende Ursache dafĂĽr, was sich etwa daran zeigt, dass Wahrnehmungen sich häufig gegen den ausdrĂĽcklichen Willen aufdrängen. Auch der Widerspruch anderer Personen, der unter Umständen gegen die Mehrheit der eigenen Erkenntnisse, GefĂĽhle und Willensakte gerichtet ist, zeigt deutlich die Realität der AuĂźenwelt. Das Sein des den Menschen umgebenden Seienden ist kein „Produkt" seines Intellekts, wie Konstruktivismus und Teile des deutschen Idealismus es wollen. Dagegen muss der Realismus geltend machen, dass ausschlieĂźlich Gottes „Denken" (das stets gleichzeitig Wollen und Vollbringen ist, da er actus purus ist) der Grund des Seins von kontingent Seiendem beziehungsweise der ontologischen Wahrheit ist; siehe dazu auch die NatĂĽrliche Theologie.
Der SchlĂĽssel liegt in der Liebe zu dem Sein.
Buch-Tipp: Das Ich und sein Gehirn. Philosophische und neurophysiologische Interpretation . . . . . . . . des Leib - Seele Problems , des Ich und des Bewußtseins von dem Medizinnobelpreisträger Eccles und dem Philosophen Popper. Materialismus und Reduktionismus, ist der Mensch eine determinierte Maschine. Wie wirklich ist die Wirklichkeit, gibt es eine immaterielle Realität ? Gibt... |
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Der Gegenbegriff zu dem Sein ist das „Nichts". Dieser ergibt sich vor allem aus dem Problem des Werdens. Zwar bietet sich dem Seienden in der Regel eine Möglichkeit des Werdens an, diese setzt aber notwendig stets bereits Sein voraus. Es gibt keinen „Schwebezustand" zwischen Sein und Nichts. Das Sein ist, und das Nichts ist nicht. Mit anderen Worten: Es gibt keine Alternative zu dem Sein. Das Nichts genannt den Totalausfall des Sein(s), es hat keinerlei Realität. „Das Sein ist nicht das Nichts." Das ist das erste Urteil, das der Verstand fällen und hinter das nicht zurückgegangen werden kann. Das Widerspruchsprinzip ist in erster Linie Seinsprinzip, das die unbedingte Unvereinbarkeit von Sein und Nichts besagt und erst dann – weil die Denkenden am Sein teilhaben und das Denken auf das Sein geht – Denkprinzip. Das „nicht" bezieht sich dabei auf die Kopula. „Keinesfalls sind wir berechtigt, aus dem negativen Prinzip vom Widerspruch ein positives zu machen, indem wir das „nicht"; von der Kopula abtrennen und dem Prädikat zuweisen, so dass nunmehr dialektisch die gedoppelte Negativität zur immanenten Form des Seins selber wird: Das Sein ist das Nicht-Nichts." (Lakebrink) Obwohl das erste Urteil ein negatives ist, setzt es doch das positive Sein voraus. Denken und Sein sind eben nicht dasselbe. Somit ist Hegels Aussage „Sein und Nichtsein ist dasselbe" (Enzyklopädie §88; Logik I, 67) als widersprüchlich zurückzuweisen.siehe auch: Dasein, Ontologie
Buch-Tipp: Das Prinzip des Seins. Ursache und Funktion des Universums? Physik und Biologie auf den Kopf gestellt - eine neue Weltsicht Einstein verbrachte die letzten paar Jahre seines Lebens damit, seine Theorien auf einen Nenner zu bringen, und es gelang ihm nicht. Harald Maurer bringt die Entstehung des Lebens und der Welt auf einen Nenner und erklärt alles, vom Atom bis zu dem Universum, mit einer einfachen Theorie,... |
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- Brugger, Walter: Philosophisches Wörterbuch, 21. Auflage, Freiburg 1992
- Kälin, Bernhard: Lehrbuch der Philosophie. Band I: Logik, Ontologie, Kosmologie, Psychologie, Kriteriologie und Theodizee (1957) und Band II: Ethik (1954), Sarnen
- Lakebrink, Bernhard: Hegels dialektische Ontologie und die thomistische Analektik, Köln 1955
- Lehmen, Alfons: Lehrbuch der Philosophie auf aristotelisch-scholastischer Grundlage; Band I: Logik, Kritik, Ontologie, sechste verbesserte Auflage, 1923; Band II: Kosmologie (II.1, das heiĂźt erster Teil), fĂĽnfte, verbesserte und vermehrte Auflage 1920 und Psychologie (II.2, das heiĂźt zweiter Teil), fĂĽnfte, verbesserte und vermehrte Auflage 1921; Band III: Theodizee, fĂĽnfte, verbesserte Auflage, 1923; Band IV: Moralphilosophie, dritte, verbesserte und vermehrte Auflage, 1919, Freiburg in dem Breisgau
- Seifert, Josef: Sein und Wesen, Heidelberg 1996
- Steenberghen, Fernand van: Ontologie, aus dem Französischen übertragen, durch eine Einführung und Anmerkungen erweitert von Ddr. Alois Guggenberger, Einsiedeln 1953
- Thomas von Aquin: Über Seiendes und Wesenheit (De ente et essentia), Lateinisch – Deutsch, mit Einleitung, Übersetzung und Kommentar herausgegeben von Horst Seidl, Hamburg 1988
- Vries, Josef de: Denken und Sein, Ein Aufbau der Erkenntnistheorie, Freiburg 1937
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